Der Wunsch nach einem Eigenheim – Flop oder Rendite?

In einer auf Finanzen ausgelegten Gesellschaft, in der viele nur den Statussymbolen nacheifern ziehen Fernsehwerbungen – mein Auto, mein Haus, mein Boot – mit diesen und ähnlich angelegten Werbespots übertrumpfen sich die Sparkassen gegenseitig. Vor allem das eigene Heim steht bei vielen Deutschen ganz oben auf der Wunschliste.

Bei anderen größeren Anschaffungen wie Booten oder Autos leuchtet jedem ein, dass diese keine wirklichen Kapitalanlagen darstellen, denn sie verlieren bereits nach kürzester Zeit an Wert. Sobald sich der Zustand von neu zu gebraucht wandelt – sinkt der Kauf- und Verkaufswert enorm. Beim Hauskauf jedoch glauben viele Menschen, ihr Eigenheim wäre trotz täglicher Nutzung eine lukrative Anlage die mit der Zeit an Wert gewinnt. Dies ist allerdings in vielen Fällen häufig ein Irrtum. Diese weit verbreitet Meinung hält sich seit den Zeiten nach dem letzten Krieg aufrecht. Damals war es wirklich so, dass die Menschen, die mit viel Eigenarbeit ihr erworbenes oder erbautes Häuschen gut in Schuss gehalten haben auch ein kleines Vermögen damit verdienen konnten. Damals kostete eine Doppelhaushälfte z. B. geschätzt 22.500 D-Mark wenn das Grundstück eine Fläche von beispielsweise 1100 Quadratmeter aufwies. Vor 55 Jahren. Würde ein solches Häuschen im Niederrhein ständig renoviert werden, dann hätte es heute einen Kaufwert von 250.000 Euro. Diese Wertsteigerung war in Gegenden die einen wirtschaftlichen Boom erlebten keine Seltenheit.

Wurden dann noch Verkehrsverbindungen und Arbeitsangebote umfangreicher, so stieg auch der Wert der Immobilien in diesen Landstichen. Dann hatte der Investor mit dem Kauf eines Eigenheimes eine sehr lukrative Geldanlage getätigt. Diese Erfolgsgeschichten aus Großvaters Zeiten lassen auch heute noch die Menschen an die große Rendite beim Hauskauf oder Hausbau glauben. Das kann auch durchaus sein, je nach dem in welchem Zustand die Immobilie gekauft wird, in welcher Gegend sie sich befindet und welche Wartungen durch Eigenarbeit durchgeführt werden.

So ist es ein gravierender Unterschied für den Hauseigentümer, ob seine Immobilie in einem Landstrich auf dem Dorf steht, in dem die Arbeitslosenzahl zunimmt und die Menschen wegziehen – dort verfallen viele Immobilien weil sich kein Mieter finden lässt, oder ob es sich um eine Wohnung oder ein Haus handelt, dass in einem expandierenden Ballungszentrum steht, in dem der Wohnraum immer knapper wird und somit heiß begehrt ist. Hier sind die Renditen sehr hoch. Darauf sollte man unbedingt achten, wenn der Entschluss feststeht sich ein Eigenheim oder eine Wohnanlage zur Vermietung anschaffen möchte, denn sonst besteht die Gefahr, einen Großteil seines Geldes zu verlieren anstatt eine lukrative Rendite zu erzielen.

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